Preisträgerin 2016

Mit Sibylle Burkhart ehrt die Bürgerstiftung 2016 eine Frau mit der Bürgermedaille, die seit nun mehr 16 Jahren verantwortlich für das Schülercafe Kamelion auf dem Campus Rosenfels tätig ist.

Für die rund 2.800 Schülerinnen und Schüler und die noch einmal über 200 Lehrerinnen und Lehrer der beiden Gymnasien Hans-Thoma und Hebel, sowie der Theodor-Heuss-Realschule ist das Kamelion eine unverzichtbare Oase im Schulalltag geworden. Mittlerweile liegt es gut eingebettet an der zum Schulgelände umgestalteten Baumgartnerstraße und dem neuen Südeingang der Realschule im Zentrum des Campus.

In den Pausen wuselt es hier von Schülerinnen und Schülern, die die verschiedenen Angebote an preiswerten Speisen und Getränken gerne  annehmen. Aber auch in den Zwischenstunden genießen viele die Aufenthaltsmöglichkeit, die sie hier ohne Konsumzwang finden.

Diese heutige Stellung war nicht selbstverständlich und nicht unbedingt absehbar. Als Sibylle Burkhart im Jahre 2000 von Petra Becker die Leitung des Kamelion übernahm, musste sie noch um Akzeptanz kämpfen und darum, dass die Schülerinnen und Schüler das formal außerhalb des Schulgeländes liegende Gebäude überhaupt mit Erlaubnis der jeweiligen Schulleitungen betreten durften. Ihr unermüdlicher Einsatz, ihr Improvisationstalent und ihr ständiges Bemühen um Zuschüsse haben diese Aufbauarbeit möglich gemacht. Hier ist eine unglaubliche Pionierarbeit geleistet worden. Und sie war Vorreiterin de Gedankens, dass Schule mehr sein muss als Unterricht in Klassen- und Fachräumen.

Ganz wichtig ist ihr aber immer auch die Leistung ihres Teams hervorzuheben und dabei sehr bescheiden ihren eigenen Anteil daran nicht in den Vordergrund zu stellen. Rund 20 Personen gehören mittlerweile zu diesem Team und zeigen die gewachsenen Dimensionen. Die Buntheit und Unterschiedlichkeit ihres Teams ist für sie ein Spiegelbild der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen. Sie gibt allen das Gefühl jeden in seiner eigenen Individualität anzuerkennen.

Beruflich ist die diplomierte Sozialpädagogin sicherlich für diese Arbeit gut aufgestellt. Aber für sie ist ihre christlicher Glaube die Quelle all ihren Tuns. Die Tätigkeit im Kamelion ist ihre eine Herzensangelegenheit, und das kann man im täglichen Umgang jederzeit spüren. Schon früh war sie in der Arbeit des CVJM, der ja auch Träger des Kamelion ist, ehrenamtlich tätig in der Jugendarbeit und in Mutter-Kind-Gruppen. Zusammen mit den drei Schulleitungen hat sie sich auch für Etablierung der Schulsozialarbeit stark gemacht. Diese ist mittlerweile im Haus neben dem Kamelion untergebracht, wird ebenfalls vom CVJM getragen und daher mit dem Kamelion gut vernetzt.

Die Mutter von drei Kindern will mit ihrem Team nicht Dienstleister sein, sondern gemeinsam mit allen Beteiligten eine Bereicherung für den Lebensort Schule auf dem Campus. Ein offenes Ohr zu haben für die kleinen Sorgen und Nöte, Beziehungsarbeit zu leisten, ein Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln das zeichnet sie und die Atmosphäre im Kamelion aus. Dafür Kraft zu haben, daneben sich immer wieder um die Finanzierung kümmern zu müssen und die beengten und in die Jahre gekommenen Räumlichkeiten in Stand halten zu können, sind gewaltige Aufgaben.

Familie und Glaube geben ihr Kraft dazu. Ihr Engagement ist beispielgebend. Der persönliche Kontakt mit ihr ist bereichernd. Der Erfolg des Kamelions ist Lohn dafür.

Die Laudatio von Anja Reiser als Download.

 

Sybille Burkart; Foto: privat