Preisträger 2019

Von der Bürgerstiftung wurde 2019 der Rechtsanwalt Gerhard Sauer für seine engagierte Arbeit als Vorsitzender des Arbeitskreises Rauschmittel (AKRM) mit der Bürgermedaille geehrt. Sie wurde ihm auf der Benefizgala am 9. Februar 2019 im Burghof verliehen. Die Laudatio hielt der Vorsitzende des Stiftungsrates der Bürgerstiftung Andre Marker.

 

67 Jahre ist Gerhard Sauer mittlerweile alt und doch strahlt er noch immer beruflich und in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Vorsitzender des Arbeitskreises Rauschmittel schier unermüdliches Engagement aus. Das war auch bei der Verleihung der Bürgermedaille anlässlich der Benefizgala im vollbesetzten Burghof zu spüren. Dabei stellte er sich und seine Arbeit völlig in den Hintergrund. So gehört er auch nicht zu den Persönlichkeiten, die öffentlich auffällig in Erscheinung treten. Ja, er hatte sich überlegt, ob er die Ehrung überhaupt annehmen soll. Er entschied sich dann aber doch `in Dankbarkeit für seinen Verein´ dafür, wie er bei der Verleihung sagte. So habe er die Ehrung stellvertretend für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angenommen. In seinen Dank schloss er auch seine Vorstandskollegen vom Trägerverein ein, mit denen er `harmonisch´ zusammenarbeite und auf die er sich jederzeit verlassen könne.

Gerhard Sauer wurde 1952 in Schopfheim geboren und legte sein Abitur auf dem Wirtschaftsgymnasium in Lörrach ab. Er studierte Jura in Freiburg und kehrte nach Tätigkeiten in Emmendingen und Freiburg in seine alte Heimat zurück. Mit seiner Frau Sabine Pahle-Sauer führt er eine Rechtsanwaltskanzlei In Rheinfelden. Zur Mitarbeit im AKRM kam er durch seine berufliche Tätigkeit. Als Strafverteidiger hatte er auch viel mit Drogendelikten zu tun. Sein engagiertes und kompetentes Auftreten fiel auch dem langjährigen Vormundschafts- und Jugendrichter Peter Schrader in Lörrach auf. Dieser konnte Gerhard Sauer für die Vorstandsarbeit im AKRM gewinnen, zuerst als Beisitzer, ab 1993 als 2. Vorsitzenden. Der AKRM war 1971 in Lörrach gegründet worden und ist damit einer der ältesten Träger der Suchthilfe in Deutschland. 1999 übernahm Gerhard Sauer den Vorsitz, den er nun 20 Jahre innehat.

Der AKRM ist dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband angeschlossen. Mittlerweile arbeiten 52 Beschäftigte beim AKRM, er unterhält neben der Drogen- und Jugendberatungsstelle in der Spitalstraße in Lörrach die Fachklinik „Brückle“ in Buggingen mit 36 Plätzen, das Rehahaus in Gundelfingen mit 12 Plätzen und die Einrichtung für Betreutes Wohnen `Haus Hochberg´ in Emmendingen mit 12 Plätzen.

Man kann sich unschwer vorstellen, welche Arbeit, aber auch welche Verantwortung damit auf dem Vorsitzenden des Trägervereins lastet. Ein weiters wichtiges Angebot des AKRM ist KISEL, ein Projekt für Kinder Suchtkranker Eltern. Es wurde 2002 von Gerhard Sauer mitinitiiert und bietet seit 2006 immer Freitag nachmittags für betroffene Kinder ab 5 Jahren eine Auszeit von der schwierigen Familiensituation auf der Schweigmatt an.

Mit großer Freude, mit Engagement von `Herz und Lunge´ kennzeichnet Sauer seine Arbeit. Suchtdelikte und Suchtabhängige nicht nur als strafrechtliches Problem, sondern als gesellschaftliches und persönliches Problem zu sehen, ist der Ansatz von Gerhard Sauer. Prävention und Begleitung in der Sucht sind die zentralen Elemente. Menschen wie Gerhard Sauer leisten ohne im Rampenlicht zu stehen eine unglaublich wertvolle gesellschaftliche Arbeit für Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Dafür sei ihm gedankt, aber auch seinen Vorstandsmitgliedern Andre Marker, Egon Hoffmanns und Isabell Walser. Auf ihr Einbeziehen in Dank und Ehrung legt Gerhard Sauer großen Wert, er sieht sich ganz bewusst nicht als Einzelkämpfer, sondern als verantwortlicher Mitarbeiter in einem gut funktionierenden Team.

Die Laudatio von André Marker steht hier zum Download bereit.


Gerhard Sauer | Foto: Kristoff Meller